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Im Frühling schlägt das Selbstversorger Herz höher

Für uns ist Selbstversorgung essentiell. Nicht nur mit eigenem Gemüse, Salat oder Kräuter, sondern auch mit einer großen Anzahl an Speisepilzen. Von "Ruck-Zuck-Fertig"- Pilzen bis zu den "Dauerselbstversorger" - Erdkulturen und Luftkulturen. Für jede Lebenslage gibt es unterschiedliche Möglichkeiten zur eigenen Versorgung von biologischen angebauten Pilzen.

Hier eine kleine Übersicht

Variante 1: Fertig-Pilzzucht-Set mit fermentierten Strohpellets
Bei dieser Variante kann man unterschiedliche Seitlingsarten innerhalb von 4 Wochen das erste Mal ernten. Die bereits vorfermentierten Strohpellets werden gemeinsam mit etwas Pilzbrut in einem Sack vermischt und anschließend in einem 5 Liter Kübel im Innenraum aufgestellt. Der durch das Fermentieren des Strohsubstrats kann das Myzel ideal einwachsen. Bei Raumtemperatur dauert die Durchwachsphase etwa 4 Wochen.
Die Fruchtung wird induziert indem man den Pilzen mehr Sauerstoff und Licht gönnt. So fruchten die Seitlinge aus dem Kübel. Die bereits vorgebohrten Löchern weisen den Pilzen dann den Weg nach Draußen.
Sobald kleine Pilzansätze bei den Löchern entdeckt werden, kann mit einem Wasserzerstäuber 2-3 Mal pro Tag bewässert werden. Innerhalb der nächsten 3-5 Tage sind die Pilze dann ausgewachsen und können geerntet werden.
Ein Fertigset kann bis zu 3 Mal beerntet werden. Wie das geht? Nach der Ernte wird die Myzel-Strohmasse nicht mehr weiter bewässert. Der Deckel des Kübels wird leicht geöffnet. Das Substrat darf sogar etwas austrocknen. Nach 1-2 Wochen wird der Block dann wieder täglich bewässert, es erscheinen weitere Pilze. Mit der Zeit schruft das Substrat und der stark durchwachsene Block kann aus dem Kübel "auf den Kopf" gestellt werden. Nach einer weiteren Ruhephase können noch einmal Pilze geerntet werden. Beachte dabei, dass bei der Ernte keine Pilzreste am Substrat verbleiben - es sind potentielle Orte an welchen Schimmel entstehen kann.
Hat dein Substrat ausgedient, kannst du es kompostieren.

Variante 2: Shiitake auf Fertig-Holzsubstrat
Du erhälst ein fertig durchwachsenes Holzsubstrat auf dem schon bald Shiitake sprießen. Sobald das Substrat zur Gänze von einer braunen Schicht umgeben ist, entfernst du im ersten Schritt den Beutel. Das Braun-werden des Shiitake-Substrates ist ganz charakteristisch für den Shiitake und signalisiert, dass es mit der Fruchtung losgehen kann. Der fest durchwachsene Block wird in einer durchsichtigen Allzweck-Plastikbox zum Fruchten aufgestellt. Je besser ein feuchtes Mikroklima für den Block aufrechterhalten werden kann, desto weniger muss das Pilzsubstrat befeuchtet werden. Die Box hilft dabei. In den nächsten 2-3 Wochen wachsen deine Pilze heran. Du kannst das Substrat etwas erhöht (2 cm weg vom Boden) platzieren und in die Plastikwanne etwas Wasser füllen. Es soll auf jeden Fall etwas Abstand zwischen Wasseroberfläche und dem Block gegeben sein. Mit einem Zerstäuber wird 1-2 Mal pro Tag bewässert. Ein Hygrometer gibt Aufschluss über die relative Luftfeuchtigkeit im Behälter - sie sollte zwischen 80 und 95 % liegen. Die Pilze reifen heran und werden mit Licht, Wasser und genügend Frischluft versorgt. Der Deckel des Behälters kann dazu etwas geöffnet werden. Entstehen zu lange Stiele muss den Pilzen mehr Frischluft angeboten werden (den Behälter zur Hälfte abdecken). Die Pilze werden geerntet solange die Hutkante noch leicht nach unten geneigt ist. Ein Holzsubstrat kann 2-3 x beerntet werden. Wie bei Variante 1 sollte der Block zwischen den Erntephasen nicht bewässert werden und etwas austrocknen. Nach 1-2 Wochen kann der Block wieder befeuchtet werden und in der Box ein weiteres Mal fruchten.

Variante 3: Reishi, Stockschwämmchen, Seitlinge, Shiitake und Co auf Holzstämmen kultivieren
Wir unterscheiden dabei zwischen Erdkulturen und Luftkultur. Diese Variante eignet sich besonders gut für den langjährigen Anbau im Garten oder Innenhof. Wichtig sind ein schattiger Platz und ein feuchtes Mikroklima. So können über 10 unterschiedliche Pilzarten im eigenen Garten zur Selbstversorgung angebaut werden. Du kannst Pilzstämme bereits fertig beimpft kaufen oder besorgst dir Pilzbrut und beimpfst dir geeignetes Holz selbst. Bei ersterem kannst du noch im selben Jahr die ersten Pilze ernten. Ab April gibt es bei uns wieder fertige Pilzstämme zu erwerben. Pilzbrut kann jederzeit bestellt werden. Der große Vorteil von dieser Variante ist die Langlebigkeit. Abhängig von Durchmesser und Pilzart kann 3-5 Jahre geerntet werden.


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